Taiji

Was ist Taiji / Tai Chi?

Taiji - Tai Chi - ist eine alte meditative Bewegungskunst aus China. Die sanften Bewegungen entspannen Körper und Geist, regen den Energiefluss an und verhelfen zu Wohlbefinden und Gesundheit. Taiji können alle Menschen lernen, unabhängig von Alter, Fitness und Vorkenntnissen. Heute üben Millionen von Menschen diese Kunst, um gesund und ausgeglichen zu werden und zu bleiben.

Über Jahrtausende hinweg erforschten die Chinesen die Gesetze des Universums, der Natur und des Lebens. Alles was lebt, ist in Bewegung, im Fluss, im Wandel.

Taiji wird oft mit "Firstbalken" übersetzt, bedeutet etwa "Letzte Wirklichkeit, Urgrund des Seins", aus dem alles hervorgeht. Taiji steht auch für Harmonie von Yin und Yang, wie sie im bekannten Symbol zum Ausdruck kommt. Yin-Yang sind die polaren Manifestationen oder Kräfte, die in ihrem Wechselspiel die Grundlage des gesamten Universums bilden.

Taijiquan (Tai Chi Chuan) bedeutet wörtlich die Faust (-kampfmethode) des Taiji; eine aus der Selbstverteidigung entstandene Bewegungskunst, Meditation und Gesundheitsübung. Sie besteht aus einer Abfolge von fliessenden, meist langsam ausgeführten Bewegungen.

Durch Üben von Taiji lösen sich Staus und Verspannungen. Die Lebensenergie Qi (Ch'i, jap. Ki) kann wieder ungehindert durch die Meridiane fliessen, die Widerstandskraft wird erhöht und die Gesundheit gefestigt. Taiji ist Konzentration und Entspannung zugleich; stärkt den Körper, macht ihn weich und beweglich und führt zu innerer Ruhe und Gelassenheit.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde Taijiquan nur in Klöstern geübt oder innerhalb von Familien weitergegeben. Später wurde es öffentlich unterrichtet und verbreitete sich in China. Im Laufe der Zeit entstanden fünf Hauptstile oder "Familienstile": Chen-, Yang-, Sun-, alter und neuer Wu-Stil. In den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts wurden aus den alten Stilen neue und einfachere Formen (z.B. 24-er oder Peking-Form) entwickelt, ganz im Sinne der Volksrepublik, die darin eine günstige Methode zur Erhaltung der Volksgesundheit sah. Mittlerweile sind aus den meisten Stilen standardisierte Formen hervorgegangen, auch solche, die Elemente verschiedener Stile enthalten. Seit einigen Jahren werden vermehrt Wettkämpfe im Taijiquan veranstaltet, für die eigene Wettkampf-Formen entwickelt wurden. Im Westen sind auch neue Formen entstanden, die mehr auf der Lebenskunst des Dao gründen und Taiji-Prinzipien in Bewegung ausdrücken.

Taiji an unserer Schule

Es ist uns ein Anliegen, Tai Ji für Neu-Beginnende auf leichte und spielerische Art zu vermitteln und Interesse zu wecken an dieser schönen Bewegungskunst. Zusammen mit dem Verständnis der Prinzipien bildet dies die Grundlage für den kontinuierlichen Lernprozess und eine selbständige Übungspraxis. Die verschiedenen, von uns angebotenen Spielarten des Taiji – Fünf Elemente und Kreise, Yang-Stil Taijiquan oder Push Hands – können alle lernen, unabhängig von Alter, Fitness und Vorkenntnissen.

Taiji - Fünf Elemente und 4 Kreise

Freude zu wecken und Offenheit zu entwickeln für die Erfahrung von inneren Lebenszusammenhängen ist im „Tanz der 5 Elemente“ wichtiger als das mühsame Einüben von komplizierten Formen. Der kurze Bewegungsablauf lässt sich in seiner Grundstruktur leicht erlernen. In der Wiederholung erschliesst sich dann der innere Reichtum mit Bildern und Metaphern aus den 5 Elementen: Feuer - Wasser - Holz - Metall - Erde. Die von Chungliang Al Huang entwickelte Form ist besonders geeignet für den Menschen im Westen als Brücke zum chinesisch-daoistischen Verständnis von Natur, Gesundheit und Lebensqualität, von Bewegung und Meditation. Sie eröffnet einen tiefen Zugang zum Taiji als schöpferischen Prozess, als „Tanz des Lebens“. Die 4 „Kreise“ bilden weiterführende Formen in diesem Kontext.

Taijiquan - Traditionelle Formen aus dem Yang-Stil

Die klassischen Taijiquan-Formen entfalten ihre wohltuende Wirkung durch stetige Wiederholung und Vertiefung.
Wir lehren die Cheng Man-ch`ing-Form (auch Kurzform oder 37er-Form) und die Lange Form (108er-Form) nach Meister Huang Sheng-Shyan. Diese Bewegungsabläufe in der Tradition des Yang-Stils sind fliessend und langsam. Die Aufmerksamkeit wird im fortschreitenden Üben auf das Zusammenwirken von Körper und Geist und die inneren Prozesse gerichtet.

Taiji - Push Hands

Unabhängig vom Stil sind die Partnerübungen des Taiji – Push Hands oder Tui Shou – ein weiterer Kursinhalt bei den Fortgeschrittenen. Hier können wir die Qualität des Taiji überprüfen und steigern. In konkreten Situationen mit anderen geht es um Standfestigkeit, Beweglichkeit und Flexibilität, um Kraft, Effizienz und Wirkung ohne Anstrengung, und um Sensibilität.